Die 100 besten Olivenöle: Olio Award 2026
Klein, aber fein ist die Öl-Maufaktur Kalden der deutschn Familie Kaldenhoff – auf dre Hektar ernten sie von 550 Bäumen in Vodnjan im Süden Istriens. Ambition und Können werden großgeschrieben – vor einigen Jahren konnten die Kaldenhoffs ihr Öl als das beste aus Kroatien platzieren. Nicht ganz so brillant, aber immer noc schön gelingt in diesem Jahr das Öl aus der Leccino-Sorte: Peperoni, Limettenschale und Paprika prägen den geschmack ebenso wie grüne Mandeln und Artischocken. Weiter so!
Die Brüder Battaglini sind wieder bei unseren Besten vertreten – complimenti! Das Beste aus zwölf Hektar großen Olivenhainen ist diesmal ein reinsortiges Öl aus Caninese, einer autochthonen Olive, typisch für die Region Latium. Bukett und geschmack? Mandel, Pinienkerne, grüner apfel, Walnuss, Salatblätter. Insgesamt weniger bitter und scharf als für diese Sorte gewohnt. Nehmen wir gern!
Cesare Renzo zeigt, wie schon oft, seine Klasse: aus Rossano bei Cosenza verarbeitet er rein autochthone Olivensorten, seltene noch dazu, wie Dolce di Rossano und Grossa di Cassano. Sie ergeben den “Orolio”-Blend, der in diesem Jahr eine gute Platzierung erreicht. Die Aromen erinnern an Olivenblätter, Zitrusschale, geschnittenes Gras im Duft, auf der Zunge Kiwi, Tomate und Haselnuss. Wer sich auf den Weg zur Firma macht, ganz in der Nähe der südlichen Adriaküste kurz vor der Stiefelspitze Italiens, kann neben Öl auch Konfitüren kaufen und Honig.
C/Amica localita Onda, 87064 Rossano, Italien
Neu bei uns ist die Ölmühle “Gold der Sierra Nevada” aus Abla in der Region Almeria. Die Mittelmeerküste ist 70 Kilometer südlich entfernt, Grenada 100 Kilometer. Mit fünf Hektar Land und 8000 Litern Jahresproduktion eine sehr kleine Manufaktur, jedenfalls für andalusische Verhältnisse. Typisch wiederum die Olivensorte Picual, die hier intensive, kräftige Olivenöle ergibt. In diesem Jahr wirken die spanischen Öle zurückhaltender, veranwortlich sind die heftigen Regenfälle im Herbst, die das Olivenöl milder, aber auch schwächer gemacht haben. Das Öl aus Picual überzeugt mit kräftiger Tomaten-Note (auch Tomaten- und Olivenblätter) und mittelkräftigem Bitterton, der an Chicoree erinnert.
Paraje las Viñas, 04510 Abla, Spanien
Hübsches Label, aber auch der Inhalt gefällt, und das jedes Jahr. Quattrociocchis Abfüllung für den Importeur Gustini betört mit feinen Noten von grünen Erbsen und Zuckerschoten, Romanesco, Kräutern und vielen anderen grünen Gemüsen. Beim Schmecken kommen einem Romanesco, Brokkoli und Kräuter wie Rosmarin, Oregano oder auch Estragon in den Sinn. Das Öl ist rein aus Leccino gepresst und zeigt vor allem in Salaten seine Stärke.
S.S. 148 Pontina km 99,000, 04019 Terracina, Italien
“Novecento”, neunhundert, gibt die Höhe in Metern über dem Meeresspiegel an, in der die Olivenhaine der Familie Romano gedeihen. Das Sciare – oft schon bei uns ganz vorn dabei– wird rein aus der Sorte Nocellara del Etna gepresst und schmeckt nach Feldsalat, Rauke, Mandel, reifer Banane und einer Prise Pfeffer. Das ist wirklich ein gelungenes Öl , aber wir hatten es schon mal deutlich kräftiger in Erinnerung. Gut für Neulinge.
C.da Corvo-S. Nicola, 95034 CATANIA, Italien
"Die Ölmüllerin erntet von exakt 1000 Bäumen in Orosei, an der Ostküste Sardiniens. Das Öl ist ein Blend aus den Sorten Bosana, Nera, Semidana und weiteren Sorten, zeigt damit also klar seine Herkunft. Bukett und Geschmack werden von der Mandel dominiert – grün bis reif – und den Noten von Bananen, Äpfeln, Süßholz und etwas Zimt. Ein interessantes Öl für süße Gebäcke oder auch Früchtesalate.
Località GHERGHETENORE, 08028 OROSEI, Italien
"56 Hektar bestes Land für Olivenhaine bewirtschaftet Rosario Minchón Espejo heute in Andujar bei Jaén – zu verdanken hat er das seiner Urgroßmutter Damiana, die um 1920 das Potenzial des Landstrichs erkannte und energisch auf den Erwerb der Haine bestand. Inzwischen produziert die Familie 65000 Liter Olivenöl im Jahr und heimst regelmäßig Preise dafür ein. Das Picual überzeugt mit seinem grasigen Dft und den schönen Noten von unreifen und reifen Tomaten, Tomatenrispe und Endivie, der scharfe Nachhall setzt etwas zeitverzögert ein."
Das “Luma” von Maria Arbore wirkt in diesem Jahr deutlich zurückhaltender als etwa 2024, als es den dritten Platz des OLIO-Awards der Kategorie intensiv fruchtig gewonnen hat. Das nahe bei Bari gepresste, reine Coratina-Öl zeigt diesmal vor allem schöne Mandelnoten – hierzu gesellen sich Aromen von Kiwi, grünen Äpfeln, etwas grüner Bananenschale und Pinienkernen. Ein leichtes, mildes Öl aus Apulien, für Desserts geeignet? Warum nicht!
Basilikum, Kräuter wie Estragon und Rosmarin, dazu Erbsen und ein feiner Ton von Lauch – auch in diesem Jahr machen sie Freude, die “Nachfolger der Brüder López”, wie das Unternehmen auf deutsch heißt. Eine halbe Autostunde nördlich von Priego de Córdoba am Nationalpark Serra Subbética gelingt Familie López ein ausgesprochen grün-kräuteriges Öl, das sich ideal für Pesto und Salatvinaigrette eignet. Beim Einkauf auf die Sorte Picuda achten, es ist das beste aus dem größeren Sortiment der Öle und zeigt ein rotes Etikett auf weißer Flasche.


